Mythen
ADHS ist eine Modekrankheit
Kinder mit ADHS sind meistens hochbegabt und nur unterfordert
An ADHS sind die Eltern bzw. die Erziehung schuld
ADHS wird durch Reizüberflutung und zu viel Fernsehen ausgelöst
Medikamente zur Behandlung einer ADHS machen Kinder abhängig
Die Medikamente sollen Kinder zu erfolgreicheren Schülern machen
ADHS ist eine Modekrankheit
Man hört oft die Behauptung, ADHS sei eine „Modeerscheinung“ und das
Verhalten der Kinder eher gesellschaftlich durch steigende Anforderungen und
Reizüberflutung bedingt. Dagegen sprechen Beschreibungen von Kindern mit
ADHS-Symptomatik, die schon lange vor der modernen „Informationsgesellschaft“
auftraten. Prominente fiktive Beispiele dafür sind zum Beispiel der bekannte
Struwwelpeter, den Heinrich Hoffmann schon 1845 beschrieb oder Astrid Lindgrens
Michel von Lönneberga. Es gibt viele weitere, reale Beispiele, bei denen die
Beschreibung ihrer Verhaltensweisen darauf hinweist, dass sie von ADHS betroffen
waren, auch wenn es damals noch nicht so hieß: zum Beispiel Wolfgang Amadeus
Mozart, Albert Einstein, Pablo Picasso und viele mehr.
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Kinder mit ADHS sind meistens hochbegabt und nur unterfordert
oder
Kinder
mit ADHS sind dumm
ADHS und die Intelligenz eines Kindes
stehen in keinem Zusammenhang. Unter den Kindern mit ADHS gibt es genau so oft
hoch- oder minderbegabte Kinder, wie bei Kindern ohne die Störung.
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An ADHS
sind die Eltern bzw. die Erziehung schuld
Viele Experten
sind sich nach neuestem Forschungsstand einig, dass ADHS eine neurobiologische
Ursache hat, also eine Veränderung im Gehirn die Symptome auslöst. Erziehung
oder Verhalten der Eltern hat auf diese körperliche Störung keinen Einfluss. Wie
bei jedem Kind spielen die Eltern natürlich trotzdem eine entscheidende Rolle in
der Entwicklung des Kindes: Ein ungünstiges Umfeld oder zweifelhafte
Erziehungsmethoden wirken sich auf Kinder mit ADHS ebenso wie auf alle anderen
Kinder negativ aus.
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ADHS wird durch Reizüberflutung und zu viel Fernsehen ausgelöst
Heutige Erkenntnisse zeigen, dass ADHS nicht durch eine Reizüberflutung oder zu
viel fernsehen ausgelöst werden können. Wohl aber, dass die Symptome eines
Kindes mit ADHS durch diese Faktoren verstärkt werden können. Deshalb ist ein
maßvoller Umgang damit bei Kindern mit ADHS noch wichtiger als sowieso schon bei
Kindern ohne die Störung.
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Medikamente zur Behandlung einer ADHS machen Kinder abhängig
Die Behauptung Medikamente gegen ADHS würden Kinder abhängig machen, hat sich in
bisherigen wissenschaftlichen Untersuchungen nicht bestätigt. Auch die
Behauptung, Kinder, die Medikamente gegen ADHS einnehmen, unterlägen in ihrem
späteren Leben eher dem Risiko einer anderen Sucht, ließ sich nicht bestätigen.
In manchen Studien wird sogar im Gegenteil ein geringeres Suchtrisiko bestätigt,
wenn die ADHS-Erkrankung medikamentös behandelt wurde, als ohne eine
entsprechende Behandlung.
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Die Medikamente sollen Kinder zu erfolgreicheren Schülern machen
Eine weitere Behauptung ist, Medikamente gegen ADHS würden aus einem
übersteigerten Leistungsdruck heraus gegeben und sollten gesunde Kinder
lediglich zu noch besseren Schülern machen. Dagegen spricht, dass die Einnahme
von Methylphenidat nur dann die Leistung verbessert, wenn tatsächlich eine
Beeinträchtigung der kognitiven Fähigkeiten, z.B. durch eine ADHS, vorliegt.
Mehrere wissenschaftliche Untersuchungen über den Einsatz von Methylphenidat bei
gesunden Menschen konnten keinerlei Verbesserung der kognitiven Leistungen
nachweisen, wenn diese nicht vorher verringert waren.
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