Glossar

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A

ADHS
ADHS heißt Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Störung oder auch Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Syndrom. Mehr dazu erfahren Sie unter Was ist eigentlich ADHS?
 
ADHD
Abkürzung für die englische Bezeichnung von ADHS: attention-deficit-hyperactivity-disorder.
 
ADS
ADS ist die Abkürzung für Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrom, also der Form von ADHS ohne Hyperaktivität. Sie wurde früher häufig verwendet. Heute wird häufig nur noch ADHS für beide Formen benutzt.
 
Aufmerksamkeitsdefizit
Eine geringe Aufmerksamkeitsspanne ist ein Symptom einer ADHS. Mehr dazu finden Sie unter „Symptome“.
 
Adjuvante Therapie
Als adjuvante oder begleitende Therapie werden Maßnahmen bezeichnet, die zusätzlich zu einer Hauptbehandlung durchgeführt werden. Mehr zu adjuvanten Therapieformen bei ADHS erfahren Sie unter „Ergänzende Behandlungsmöglichkeiten“.
 
Alternative Schulformen 
Als alternative Schulformen werden häufig Schulen bezeichnet, die einem bestimmten pädagogischen Ansatz folgen und sich deshalb von den „normalen“ Regelschulen durch ihre Struktur, Lehrinhalte oder pädagogische Verhaltensweisen unterscheiden. Mehr zu alternativen Schulformen und ADHS erfahren Sie hier.
 
Arzt
Um sich in Deutschland Arzt nennen zu dürfen, muss man ein mindestens sechsjähriges  Medizinstudium absolviert haben und approbiert sein, also eine staatliche Zulassung erhalten haben. Ärzte beschäftigen sich mit der Vorbeugung, Behandlung und Nachsorge von Krankheiten. Nach dem Studium spezialisieren sich die meisten Ärzte auf bestimmte Schwerpunkte im Rahmen einer Facharztausbildung. Um sich Facharzt für ein Spezialgebiet nennen zu dürfen, muss abschließend die Facharztprüfung erfolgreich gemeistert werden.
 

Betäubungsmittel
Einige ärztlich verordnete Medikamente zur Behandlung von ADHS gelten als Betäubungsmittel, z.B. Methylphenidat. Dies ist der Fall, weil sie bei gesunden Menschen bei entsprechend hoher Dosierung die Wachsamkeit vorübergehend steigern und einen Rauschzustand auslösen können und somit Missbrauchsgefahr besteht. Beim therapeutischen Einsatz von Methylphenidat bei ADHS gibt es jedoch weder Hinweise auf eine Suchtgefahr noch auf eine Verbesserung der geistigen Leistungsfähigkeit.

Betäubungsmittel unterliegen besonderen Vorschriften, z.B. bei der Verschreibung oder der Mitnahme ins Ausland.
 
Begleitkrankheiten
Wenn zusätzlich zu einer ADHS noch weitere Störungen auftreten, nennt man diese Begleitkrankheiten oder, mit dem Fachbegriff, Komorbiditäten. Mehr dazu finden Sie unter „Begleiterkrankungen/ Verwandte Erkrankungen“.
 

Cognitive Enhancement

Der Begriff Cognitive Enhancement, was übersetzt so viel wie geistige Leistungsverbesserung heißt, wird häufig als Oberbegriff in der Diskussion bei der Frage genutzt, inwieweit Medikamente oder Drogen die geistige Leistungsfähigkeit eines Menschen steigern können.
 
 

Diagnostik/ Diagnosestellung
Als Diagnostik wird der Prozess der Untersuchung beim Arzt bezeichnet, in der dieser versucht, festzustellen, welche Krankheit oder Störung vorliegt. Mehr zur Diagnose von ADHS erfahren Sie im Bereich „Diagnose“.
 
Diagnose
Als Diagnose wird dann das Ergebnis dieser Untersuchungen bezeichnet, z.B. also die Diagnose ADHS.
 
DSM-IV
Klassifikationssystem zur Einteilung psychischer Erkrankungen der American Psychiatric Association (APA).

Dosis
Die Dosis bezeichnet die Menge eines Medikaments, die während der Therapie eingenommen wird.
 
 

Ergotherapie
Ergotherapie ist ein therapeutischer Ansatz, der praktische Betätigung zur Wiederherstellung oder Verbesserung von Fähigkeiten nutzt. Ziel ist immer die größtmögliche Selbstständigkeit im Alltag.
Mehr zu Ergotherapie bei ADHS erfahren Sie im Bereich „Ergänzende Behandlungsmöglichkeiten“.
 
Elterntraining 
Elterntrainings werden häufig in der Behandlung einer ADHS eingesetzt. In den Trainingseinheiten lernen Eltern bestimmte Verhaltensweisen, um besser mit den Problemen, die durch ADHS auftreten, umzugehen. Es sind viele verschiedene Anbieter auf dem Markt, deren Kosten nicht immer von den Krankenkassen übernommen werden. Mehr zu Elterntraining erfahren Sie im Bereich „Ergänzende Behandlungsoptionen“.
 
Entspannungsverfahren, -training
Im Entspannungstraining sollen Techniken erlernt werden, die körperliche oder emotionale Belastungen und Anspannungen reduzieren. Dabei gibt es ganz unterschiedliche Techniken, besonders bekannt sind zum Beispiel progressive Muskelrelaxation nach Jacobsen oder Autogenes Training. Mehr zu Entspannungstraining bei ADHS erfahren Sie im Bereich „Ergänzende Behandlungsoptionen“.
 

Förderschulen
In Förderschulen, Sonderschulen oder Hilfsschulen werden Kinder unterrichtet, die im Rahmen des Regelunterrichts nicht genügend gefördert werden können. In Deutschland gibt es mehrere Förderschwerpunkte z.B. den Schwerpunkt emotionale und soziale Entwicklung oder Sonderschulen für Lernbehinderte.
Mehr hierzu erfahren Sie unter „Schulwahl".
 

Genetik
Genetik oder auch Vererbungslehre beschäftigt sich mit der Anlage oder Weitergabe bestimmter körperlicher Eigenschaften. Über genetische Faktoren als Ursache für ADHS erfahren Sie im Abschnitt „Ursachen“ mehr.
 
 
Hilfsschule
Siehe Förderschule.
 
Hyperkinetisches Syndrom (HKS)
Hyperkinetisches Syndrom ist eine Bezeichnung für ADHS, die den Fokus auf Hyperaktivität legt. Da betroffene Kinder nicht immer hyperaktiv sein müssen, wird diese Bezeichnung immer weniger verwendet.
 
Hyperaktivitätssyndrom
Diese ältere Bezeichnung für ADHS ist insofern irreführend, als Hyperaktivität zwar häufig das auffälligste Merkmal von betroffenen Kindern ist, aber nicht auftreten muss.
 
Hyperaktivität
Hyperaktivität ist ein Kernsymptom von ADHS. Es bezeichnet große körperliche Unruhe. Mehr über Hyperaktivität bei ADHS erfahren Sie im Bereich „Symptome einer ADHS“.
 

Impulsivität 
Impulsivität ist eines der Kernsymptome von ADHS. Es bedeutet üblicherweise soviel wie „handeln ohne nachzudenken“. Mehr über Impulsivität bei ADHS erfahren Sie im Bereich „Symptome einer ADHS“.
 
ICD-10 
Das ICD-10 ist ein internationales Klassifikationssystem für Erkrankungen, entwickelt von der Weltgesundheitsorganisation (WHO).
 

Komorbidität
Siehe Begleiterkrankungen
 
Kernsymptom
siehe Kardinalsymptom
 
Kardinalsymptom
Als Kernsymptom wird das Symptom einer Krankheit bezeichnet, das am bedeutsamsten für die Diagnose ist. Bei ADHS wird von 3 Kernsymptomen ausgegangen. Mehr darüber erfahren Sie im Bereich „Symptome einer ADHS“.
 
Kinder- und Jugendärzte
siehe „Wer macht was?
 
Kinder- und Jugendpsychiater
siehe „Wer macht was?
 

Leitsymptom
siehe Kardinalsymptom
 
Leitlinien
Medizinische Leitlinien werden von Expertengruppen entwickelt und sollen Ärzten eine Orientierungshilfe in der Diagnose und Behandlung von Krankheiten geben. Für ADHS sind sowohl von der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie als auch von der Arbeitsgemeinschaft ADHS der Kinder- und Jugendärzte Leitlinien aufgestellt worden, die in den größten Teilen übereinstimmen.
 
Lese-Rechtschreib-Schwäche (LRS) 
Eine Lese-Rechtschreib-Schwäche, auch Legasthenie genannt, äußert sich in massiven Schwierigkeiten beim Erlernen der Schriftsprache. Kinder mit ADHS können auch von einer LRS betroffen sein.
 
 
Multimodale Therapie
Eine multimodale Therapie bedeutet, dass die Behandlung aus mehreren Bausteinen besteht, die individuell auf die Bedürfnisse des Patienten angepasst wird. Dazu gehören z.B. Aufklärung und Beratung, Elterntraining, Verhaltenstherapie sowie medikamentöse Therapie.
 
Montessoripädagogik
Nach der italienischen Ärztin und Pädagogin Maria Montessori benannte Methode der Erziehung. Die Grundsätze der Montessoripädagogik werden häufig mit dem Zitat „Hilf mir, es selbst zu tun“ zusammengefasst. Sie nutzt den inneren Antrieb der Kinder zu Selbstbildung und Selbstständigkeit. Es werden Kindergärten und Schulen nach diesem Prinzip angeboten. Mehr zu diesem Thema bei ADHS erfahren Sie unter „alternative Schulformen“.
 
Minimale Cerebrale Dysfunktion (MCD)
Diese veraltete Bezeichnung für ADHS wird von den meisten Fachleuten nicht mehr verwendet. Sie entstand in den sechziger Jahren, als der Forschungsstand zu ADHS noch nicht sehr ausgeprägt war.
 
Motorik
Als Motorik wird die Gesamtheit der willkürlichen Bewegungsabläufe bei Mensch und Tier verstanden. Dabei wird zwischen Grobmotorik (allgemeine Bewegungen wie z.B. Reaktionsfähigkeit) und Feinmotorik (für spezielle Bewegungen, z.B. der Finger) unterschieden. Kinder mit ADHS haben häufig auch Probleme mit der Motorik. Weitere Informationen finden Sie auch unter „Begleiterkrankungen“
 

Psycho-Organisches Syndrom (POS)
Diese Bezeichnung für ADHS wird häufig in der Schweiz, zum Teil auch in südlichen Bereichen Deutschlands genutzt.
 

Schulkindergarten
Für Kinder, die zu Beginn der Schulpflicht in ihrem Entwicklungsstand noch nicht weit genug sind, um eine Schule zu besuchen, also noch nicht „schulfähig“ sind, wird in verschiedenen Bundesländern ein Schulkindergarten angeboten. In diesen Kindergärten werden diese Kinder dann in der Regel 1 Jahr durch ausgebildete Erzieher und Sozialpädagogen speziell gefördert und auf die Schule vorbereitet.
 
Schulrecht
Das Schulrecht umfasst als Teil des öffentlichen Rechts und des Grundgesetzes alle Gesetze und Verordnungen, die die Schule betreffen. In Deutschland wird das Schulrecht aufgrund der Kulturhoheit auf Ebene der einzelnen Bundesländer geregelt. Die einzelnen Länder stimmen sich in der Kultusministerkonferenz über das Schulrecht ab. Mehr zum Schulrecht in Bezug auf ADHS finden Sie unter „Rechte und Pflichten“.
 
Selbsthilfegruppen
In Selbsthilfegruppen schließen sich Menschen freiwillig und selbstorganisiert zusammen, die gleichgelagerte Probleme oder Anliegen haben. Ziele der Selbsthilfegruppen sind die gegenseitige Unterstützung, der Austausch, häufig auch die Darstellung der Problematik in der Öffentlichkeit und das Erreichen von gemeinsamen Zielen.
 
Sonderschule
Siehe Förderschule
 
Symptom
Ein Anzeichen, das auf das Bestehen einer Erkrankung hinweist.
 
 

Titration (Maßanalyse)
Maßanalyse. Chemisches Verfahren zur Bestimmung des Gehalts einer gelösten Substanz durch Messung der Zugabe einer geeigneten Reagenzlösung (bekannte Konzentration) bis zum Umschlagpunkt (Äquivalenzpunkt) einer Indikatorfärbung. Als Titration bei Arzneimitteln wird der Prozess bezeichnet, in dem der Arzt die Menge eines Medikaments für das Kind langsam steigert bis die erwünschte Wirkung eintritt. Diese Dosis wird dann als Basis für die weitere medikamentöse Therapie genutzt.
 
Tic
Dies sind meist automatische, plötzlich auftretende Muskelzuckungen, die meist nicht willkürlich beeinflussbar sind. Tic-Störungen sind eine mögliche Begleiterkrankung von ADHS.
 
Teilleistungsstörungen
Als solche bezeichnet man Leistungsdefizite in abgegrenzten Funktionsbereichen, die trotz hinreichender Intelligenz, regelmäßiger Förderung und körperlicher wie seelischer Gesundheit der Betroffenen nachweisbar sind. Sie sind nicht durch eine Behinderung erklärbar. Beispiele für Teilleistungsstörungen: einfache Artikulationsstörungen, Sprachstörungen, Lese- und Rechtschreib-Störungen sowie Rechenstörungen. Bei ADHS tritt beispielsweise als Begleiterkrankung gehäuft eine Lese-Rechtschreib-Schwäche (LRS) auf.
 
Therapie
Sammelbegriff für alle medizinischen Maßnahmen, die zur Beseitigung oder Linderung von Krankheitszuständen und Gesundheitsstörungen eingesetzt werden (können).
 
 
V

Verhaltenstherapie 
Eine auf Lerntheorien aufbauende Form der Psychotherapie. Im Ggs. zur tiefenpsychologischen Auffassung geht die Verhaltenstherapie davon aus, dass erlernte Fehleinstellungen die Ursache für neurotische Störungen sind. Durch ein Gegentraining bzw. Umlernen (Dekonditionierung) können diese Fehleinstellungen wieder rückgängig gemacht werden.
Verhaltenstherapie ist eine Therapiemaßnahme, die häufig bei ADHS eingesetzt wird. Mehr über Verhaltenstherapie bei ADHS erfahren Sie in Behandlungsoptionen“.
 
 

Waldorf-Pädagogik
Private pädagogische Einrichtungen (Schulen Kindergärten), die in freier Trägerschaft einen eigenen pädagogischen Weg gehen. Sie wurden 1919 in Stuttgart von dem Direktor der Waldorf-Astoria-Zigarettenfabrik, Emil Molt, gegründet und ursprünglich nur für die Kinder der Mitarbeiter gedacht. Rudolf Steiner war der erste Leiter dieser Schule und erarbeitete die Leitideen. Sie basieren auf der anthroposophischen Lehre. Mehr über alternative Schulformen bei ADHS erfahren Sie unter „Alternative Schulformen“.