Besondere Stolpersteine
„Ich kann das nicht“
„Schon wieder eine 5“
Klassenkameraden
Wer kann Dich unterstützen?
„Ich kann das nicht“
Ganz wichtig für Dich zu wissen ist: ADHS sagt nichts darüber aus, wie schlau
oder dumm ein Mensch ist.
Wenn Du zum Beispiel in Mathe keine Leuchte bist, dann kann das mit Deiner
ADHS zusammenhängen – es kann aber auch einfach sein, dass Dir Mathe nicht
liegt: So wie ganz vielen anderen Kindern auch nicht.
Kindern mit ADHS fallen einige Sachen schwerer als anderen Kindern. Was genau
das ist, kann bei jedem Kind anders sein: Einem fällt das Schreiben besonders
schwer, andere haben mehr Schwierigkeiten, aufmerksam zu sein oder still zu
sitzen.
Wenn Du das Gefühl hast, dass Du irgendwo besondere Probleme durch Deine ADHS
hast, ist dies auf keinen Fall ein Grund aufzugeben und zu sagen: „Ich kann das
nicht!“. Im Gegenteil: Gerade hier solltest Du versuchen mit speziellen Taktiken
Deine ADHS auszutricksen und zu zeigen, was Du wirklich kannst. Bei vielen
Punkten ist die Mithilfe Deiner Eltern, Lehrer und vielleicht auch anderer
Fachleute wichtig, aber je älter Du wirst, desto mehr kannst Du auch selbst tun.
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„Schon wieder eine 5“
Keine Frage: Schlechte Noten zu bekommen ist nicht schön. Hat man nicht
gelernt, nagt das schlechte Gewissen an einem.
Bekommt man eine schlechte Zensur, obwohl man gelernt hat, ist man frustriert
und entmutigt. Auch ständiger Ärger von den Lehrern und den Eltern machen Schule
zu einer unangenehmen Pflicht.
Bei einer schlechten Zensur solltest Du gemeinsam mit Deinen Eltern
überlegen, woran es lag. Hast Du nicht genug gelernt oder den falschen Stoff,
ist die Zensur in Ordnung: Das geht anderen auch so. Hast Du gelernt und
konntest den Stoff, solltet Ihr überlegen, welche anderen Hilfen möglich sind.
Vielleicht kann man mit dem Lehrer darüber reden, ob Du statt einer
schriftlichen Prüfung mündlich abgefragt werden kannst oder ob Du mit dem
Computer schreiben darfst. Manchmal hilft das Kindern mit ADHS.
Was hab ich davon?
Wenn man genau überlegt, fallen einem
manchmal aber auch positive Folgen ein, die sich aus Problemen ergeben. Zum
Beispiel, dass die Klassenkameraden lachen, wenn man mitten im Unterricht laut
stört.
Wichtig ist hier, dass Du Dir genau überlegst, ob bei einem Verhalten die
Vor- oder die Nachteile überwiegen. Wenn Du feststellst, dass es Dir mehr Ärger
bringt, solltest Du in jedem Fall versuchen, das Problem zu lösen.
- Wo hakt’s? Überleg Dir möglichst genau, wo Du Deine Schwäche siehst.
- Stört es? Denk darüber nach, ob Dich das Problem stört und ob Du es wirklich
lösen möchtest.
- Setz Dir kleine, ganz praktische Ziele und schreib sie auf, z.B. „Ich lerne
jeden Tag 10 Minuten mehr für Mathe“.
- Hast Du heute Dein Ziel erreicht? Kontrolliere Dich selber z.B. mit einer
Stopp-Uhr und mach einen Haken in den Kalender, wenn Du es geschafft hast.
- Am Ball bleiben: Lass Dich nicht entmutigen, wenn Du Dein Ziel nicht jeden
Tag erreichst. Das geht auch anderen so. Im Gegenteil: Nimm es als Ansporn für
den nächsten Tag.
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Klassenkameraden
Klassenclown, Außenseiter, Störenfried oder graue Maus – jeder hat in seiner
Klasse eine bestimmte Rolle. Wie ergeht es Dir mit Deinen Mitschülern? Gehörst
Du eher zu den beliebten Kindern oder den Außenseitern der Klasse?
Mit seinen Mitschülern verbringt man jeden Tag viel Zeit. Deshalb ist es
besonders traurig, wenn man das Gefühl hat, dass man in der Klasse nicht gemocht
wird, nicht so richtig dazu gehört oder einfach nicht wahrgenommen wird. Durch
die Probleme, die Deine ADHS verursacht, kann es sein, dass die anderen Kinder
Dich nicht so einfach akzeptieren. Diese Schwierigkeiten können besser werden,
wenn Du eine
Behandlung
bekommst und Dir einige Sachen leichter fallen.
Manchmal kann es aber sein, dass der Ärger mit den Mitschülern so schlimm
ist, dass man am liebsten gar nicht mehr in die Schule möchte, nur um ihnen
nicht zu begegnen. Ist das bei Dir auch so? Dann solltest Du wissen, dass Du das
nicht alleine bewältigen musst. Wende Dich an Deine Eltern, Deinen Lehrer oder
eine andere Person und sprich mit ihr über die Situation. Dann könnt ihr
gemeinsam überlegen, was man tun kann, um das Verhältnis zu verbessern oder ob
es eine andere Lösung gibt.
Wenn Du nicht möchtest, dass Deine Mitschüler mitkriegen, dass Du mit einem
Erwachsenen darüber redest, kannst Du bestimmt auch ausmachen, dass es ein
Geheimnis zwischen Dir und Deinem Gesprächspartner bleibt.
Zu dem Thema „Freunde
finden“ haben wir auch im Kapitel
Freizeit mehr aufgeschrieben.
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Wer kann Dich unterstützen?
Neben Deinen Eltern und Deinem Klassenlehrer gibt es noch weitere Personen,
die Dir helfen können. Grundsätzlich gilt: Rede mit jemandem, dem Du vertraust
und dem Du Dich öffnen magst. Das kann zum Beispiel Dein
Klassenlehrer oder auch ein anderer Lehrer sein.
Vielleicht gibt es an Deiner Schule auch einen
Vertrauenslehrer. Vertrauenslehrer werden von den Schülern gewählt. Sie
sind – wie der Name schon sagt – Lehrer, mit denen die Kinder ganz besonders gut
auskommen und denen sie vertrauen. Zum Vertrauenslehrer kannst Du mit allen
Sorgen gehen, die Dich belasten – ob es Noten, Mitschüler, ein Lehrer oder
vielleicht auch Probleme zu Hause sind.
An manchen Schulen gibt es auch einen Schulpsychologen. Zu einem
Psychologen zu gehen, hat nichts damit zu
tun, „verrückt“ zu sein oder besonders große Probleme zu haben. Ein
Schulpsychologe kennt sich besonders gut mit den Problemen aus, die in der
Schulzeit auftreten können und kann helfen, diese zu lösen. Weitere Tipps, wo Du
jemanden zum Reden findest, gibt es im Kapitel „Kleine
Helfer“.
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