Mit dem Chef reden
 
Soll man dem Chef von der ADHS-Diagnose erzählen? Diese Frage beschäftigt viele Jugendliche mit ADHS. Auf der einen Seite kann es sein, dass man mit dem Handicap gar nicht erst eingestellt wird. Auf der anderen Seite erwirkt man vielleicht mehr Verständnis und Hilfestellungen vom Chef, wenn man ihm von der Störung erzählt.
 
Ein wichtiger Faktor bei der Entscheidung ist, wie stark sich die ADHS auf das Berufsleben auswirkt. Wenn die Probleme über kurz oder lang eh offensichtlich werden und zu Konflikten am Arbeitsplatz führen, kann es nur Vorteile bringen, mit offenen Karten zu spielen. Folgende Fragen können dabei eine Rolle spielen:
  • Wie ist das Verhältnis zum Vorgesetzten?
  • Wie ist das Verhältnis zu den Kollegen?
  • Was weiß der Chef  bzw. was wissen die Kollegen schon?
  • Wie steht der Vorgesetzte zu ADHS? (Vielleicht kann man ein unverbindliches Gespräch über einen Zeitungsartikel oder ähnliches nutzen, um dies zu erfahren.)
Bei einem Gespräch mit dem Chef ist es wichtig, dass dieser merkt, dass die ADHS nicht als Ausrede genutzt wird. Wenn man ansonsten motiviert ist, sich einbringt und lernt, wird der Vorgesetzte eher bereit sein, einen zu unterstützen und Kompromisse einzugehen. Für das Gespräch sollte man sich auch überlegen, wo die eigenen Stärken liegen und wie man dem Betrieb nutzt. Auch sollte man dem Chef zeigen, dass man sich klare Strategien überlegt hat, um aus den Schwächen soweit wie möglich Stärken zu machen.
 
Ist der Vorgesetzte informiert, kann man mit ihm die Probleme ansprechen und gemeinsam nach Lösungen suchen. Wenn man z.B. weiß, dass man sich die Zeit eher schlecht einteilen kann, ist es gut, wenn größere Aufgaben in kleinen Schritten zu bestimmten Terminen abgeliefert werden müssen.